Beim schreiben dieser Zeilen merke ich als ungeübter Mountainbiker fast alle Muskeln des Körpers.

~ 100km und  13h radeln, tragen, rutschen, schieben haben das verursacht.

Aber von vorne, ein netter Kollege fragte: „Hey habt ihr lust am Samstag mit nach Lindau zu Radln, der Wolfgang kennt doer eine Strecke über einen alten Bahndamm und durch alte Tunnel und so...“

Na klar war meine Antwort da sind wir immer dabei. Schnell noch am Freitag Abend die Mountainbikes überprüft, die wurden ja letzten Sommer so gut wie nie angefasst.

Scheinbar auch alles ok , also los. Samstag um 8:30 am Wonnemar. Bea, Gepi, Markus, Frank alle da … blos unser Guide fehtl. Na gerade gut, Rabea hat Probleme mit der Gangschaltung. Wie gut, dass wir einen Satz Werkzeug dabei haben. Im Laufe einer halben Stunde konnte dann auch das Problem gelöst werden.
Wolfgang unser Guide rief dann an, er gibt auf, Schlauch hin, neuer Schlauch kaputt, er ist genervt.
Als erfahrene Bike TransAlper hatte unsere Mitfahrer aber noch einen Schlauch „in Petto“. Auf ging es zu Wolfgang, dort hat es ein bisschen gedauert aber irgendwann hat auch der Schlauch und die Pumpe aufgegeben und es ließ sich alles ordentliche einbauen.

Am Illerdamm über Obermaiselstein und Tiefenbach ins Rohrmoos gings dann leicht Bergauf. Wolfgang wies uns im Rohrmoss noch auf die alte Kapelle (http://fuehrer.oberstdorf-online.de/gebaeude/rohrmoos-kapelle.htm) hin, mit originalen Kirchenmalereien. Die Kapelle St. Anna, wurde von Truchsess Jakob von Waldburg-Wolfegg 1586 erbaut.
Unter andrem Zeigt es die älteste Darstellung eines Alphornbläsers und das jüngste Gericht.

Weiter nach Siebratsgfäll in Vorarlberg, die gesamte Strecke über die Maustrasse lässt sich auch gut mit dem Vollrenner fahren, ein Tipp für Bernd und Diddi. Mit dem Zug nach Oberstdorf und mit dem Zug von Lindau wieder nach Kempten.


Die geschwinde Abfahrt ist für Rabea kein Spass, andere wiederum waren froh mit ein paar schnellen Kilometer sich von der Regenfront zu entfernen.
Durch Hittisau und dann in Lingenau hinunter zur alten Bahntrasse http://www.vergessene-bahnen.de/Ex43a_5.htm
Der alte Bahnhof dort läd zum verweilen ein, aber der eigentlich schwierige Teil der fahrt lag ja noch vor uns.

Super Radler freundlich ist er ja nicht der noch befahrbare Teil des alten Bahndamms, aber im Naturschutzgebiet Bregenzerau gibt es immer etwas zu sehen.

Bis hier .. .. das Gewitter hat uns eingeholt ein Timing, ein Campingplatz mit kleinem Kisok, vor allem auch offen und mit freundlichen Gastgebern.

So blieben wir dann auch …. Bier und informierten uns nebenbei auch über den weiteren Weg. „Da könntser net fahren“ „Die Trasse ist gefährlich“ „Brücke ist eingestürzt“ „Fahrts lieber oben rum“ „Fahrrad in der einen Hand, Abgrund im Rücken ..“ „Tunnel einsturzgefährdet“

Mit solch freundlichen Worten gingen wir dann auf die Schlussetappe der Fahrt. Ich glaub die nette Dame vom Campingplatz hat sich echt sorgen gemacht.

Keinen Kilometer weit wussten wir dann auch warum, die Brücke eingestürzt, man konnte aber rüber kommen, wenn wird wie des öfteren an diesem Tage noch eine Fahrradkette bildeten und auf dem schmalen Übergang uns die Fahrräder bis zum 2m höher gelegenen Tunneleingang reichten.

Ja das war dann der Einstieg zu einem außergewöhnlichen anspruchsvollen und für uns auch kraftraubenden Trail am Bahndamm.
So viel Spass hatte ich persönlich beim Radln schon lange nicht mehr. Leider konnte ich nicht so viele Fotos machen, da ich mit tragen oder festhalten meist schwer beschäftigt war. Der Eine oder Andere hatte dann und wann auch mal Bodenkontakt und am Ende waren wir alle samt Fahrräder über und über mit Matsch bedeckt.
Abgewatsch von den Ästen erschöpft aber dennoch zufrieden ob dieser ja doch noch recht abenteuerlichen Ausfahrt kamen wir dann heil am andren Ende in Bregenz an.

Empfehlen würde ich den letzten Abschnitt ab Campingplatz niemanden (gefährlich), aber bis dort und dann auch noch zu Brotzeit am Campingplatz allen die Lust am Radln haben. Der Abschnitt am Bahndamm geht nur mit dem Mountainbike.

In Bregenz angekommen, war es dann doch schon recht spät und wir entscheiden und zur Pizza und den direkten weg mit dem Zug über Lindau nach Immenstadt - Sonthofen.
Die letzten zusätzlichen 7km haben wir dann auch noch rumgebracht, waren aber auch froh nach dem Duschen gleich in Bett zu fallen.

Danke fürs Mitnehmen und Wolfgang für die Erklärungen unterwegs.