Im Oktober 08 habe ich mit meiner Freundin Alice (neues Sport am Ort Teammitglied) einen Kletterkurs besucht.
Der ca 4 stündige Kurs fand am Kletterturm Engelhalde in Kempten statt und wurde von der 1. Allg. Sportkletterschule Kempten angeboten.
Zum Abschluss wurde uns der DAV-Kletterschein "Toprope" ausgehändigt.
In diesem 1. Basiskurs lernt man die Grundlagen des Toprope- Kletterns und kann schon erste Erfahrungen am Kletterturm sammeln.
Begeistert von den Eindrücken und Erlebnissen dieses Kurses wuchs der Wunsch, endlich draußen an einem Klettersteig zu klettern.
So machte sich Andy Brittain und ich auf zum Klettersteig "Via Antonia" am Grünten beim Alpenblick (Burgberg).
Diesen Klettersteig hat Anton Wolf in Eigenregie angelegt und besteht aus mehreren "Gängen" auch mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Leicht von Höhenangst geplagt war mir natürlich klar, mit dem "Leichtesten" Steig zu beginnen. Von unten sah ich Kinder in der Wand hängen, die den Klettersteig sichtbar problemlos meisterten. "Dann werde ich das wohl auch schaffen" war mein Gedanke und so stiegen wir los.
Nun durfte ich endlich das erste Mal mein Klettersteigset benutzen :-) (das schon seit einem Jahr im Schrank lag) Ich muss sagen, ich hatte schon ziemlich Respekt, als ich dort in ca 15m Höhe in der Felswand hing und manchmal nicht wirklich wusste, wohin ich meinen nächsten Schritt setzen sollte. Ich habs geschafft und nach dem ersten steilen Aufstieg ging es eher seitlich und langsam bergab. Geschafft !!
Voller Euphorie und Glückgefühlen musste jetzt natürlich auch noch der schwierigere Klettersteig gemacht werden. "Wenn ich gerade schon da bin..."
Zugegebenermaßen flößt der Steig schon von unten gesehen jede Menge Respekt ein. Bevor wir losgingen, hat mir noch ein Klettertrainer seine Handschuhe geliehen und uns den Einsatz einer Expressschlinge/Verlängerung empfohlen.
Ich bin mir im Nachhinein nicht sicher, ob ich ohne diese beiden Hilfsmittel nicht heute noch in der Wand hängen würde! Gerade die Expressschlinge ist sehr hilfreich in den Querpassagen und um sich einfach mal einzuhängen, um sich auszuruhen wenn die Kraft nachlässt.
Begleitet von leichter Angst und einem Anflug von mittelschwerer Panik habe ich aber denn doch einen Großteil dieses Klettersteiges geschafft! Ich bin im nachhinein sehr froh, dass mir niemand entgegen kam :-). Den Rückweg über einen Überhang haben wir erst mal aufs nächste Jahr verschoben. Für mich persönlich war es eine super Leistung, bei der ich an - teilweise sogar über - meine Grenzen gehen musste, um diese Herausforderung zu meistern.
Dieses Glücksgefühl anschließend und der Stolz auf sich selber lässt mich mit Sicherheit bald wieder in der Wand hängen.
Wir freuen uns auf den Rest des Klettersteiges mit einem Überhang. Dann werden wir auch mal nachsehen, welchen Schwierigkeitsgrad diese Klettersteige haben.
Dem Toni vielen Dank für diese Abwechslung im Allgäu.
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