Gerti hatte gestern ein besonderes Event, denn sie war 3 Stunden am Grüntenlift bei einem Tiefschneekurs. Sie wollte das besondere Erlebnis heute gleich umsetzen und plante gestern noch eine Skitour.

 

Nach kurzer Entscheidung sollte es der Sonnenkopf sein. Viele Faktoren spielen da eine große oder kleine Rolle. Mit dem Wetterbericht ist sie gut Freund, es lachte heute schon wieder die Sonne. Der Lawinenlagebericht wurde studiert und die gefährdenden Punkte aus der Karte richtig gedeutet. Die Weg- und Zeitberechnung spielen auch eine kleine Rolle.

 

Heute in der Früh wechselte der Lawinenlagebericht um 1 Stufe jeweils nach oben. Jetzt die Frage, was machen wir. Ich hielt mich da sehr schön raus, denn es soll ja ihre Tour sein.

 

Da diese Tour top vorbereitet war und der Wetterbericht nochmals gecheckt wurde, schauen wir uns das mal an, umdrehen können wir immer noch, wenn die wesentlichen Faktoren nicht stimmen. 

 

Einen guten Parkplatz in der Nähe von Hinang vor der Sonnenklause hatten wir noch ergattert. Die Temparatur von minus 11 Grad machte uns auch nichts aus, es war eine trockene Kälte ohne Wind. 

 

Gerti checkte noch die Ausrüstung, machte einen LVS-Check, wir überlassen nichts dem Zufall und gehen bei jeder Tour mit der selben Vorsicht ran, egal welche Lawinenwarnstufe es hat.

 

Mit mir hat sie immer den richtigen Kritiker an ihrer Seite, der mal die Frage stellt, wie steil ist es hier, wo sind die gefährdenden Bereiche, wie hoch sind wir, wie weit ist es noch, wie lange dauert es noch. 

 

An manchen Stellen wurde sogar die Steilheit des Hanges mit der Snow-Card nachgemessen und die geschätzen Werte wurden dann immer sicherer. 

 

Gerti meinte, heute ist doch Dienstag, geht jetzt keiner mehr zur Arbeit, nein die Wintersportler werden immer mehr und es war toll anzuschauen wie sie unterschiedlich drauf waren. 

 

Unterwegs waren wir gefordert die Spitzkehre zu üben, weil die Steilheit des Hanges sonst kein Weiterkommen zuläßt.

 

Oben kurz vor dem Gipfel wurden wir belohnt mit Sonne und die tolle Sicht auf die Allgäuer Alpen. Das Gipfelkreuz des Sonnenkopfs hat uns magisch noch oben gezogen. Wir fanden einen tollen Platz zur verdienten Pause, vorher natürlich noch umziehen, den warmen Tee genießen und den tollen, glitzernden Schnee beobachten.

 

Die Zeit bis zum Gipfel wurde von Gerti super berechnet und jetzt sollte dann das Highlight kommen, die Tiefschneeabfahrt. Sie freute sich schon von weiter Ferne auf die tollen Hänge, die sie beim Aufstieg schon gemustert hat.

 

So jetzt geht es aber los, ich konnte sie kaum halten, denn seit dem Tiefschneekurs von gestern ist sie nicht mehr zu halten. Steilhänge gibt es jetzt nicht mehr, sondern Powder bis zu den Knien. Ich hatte schon Angst, dass mich ein Schneeungestüm holt - nein es war Gerti, die jodelnd den Hang hinunter pfeift. 

 

Nach 20 Minuten war schon alles vorbei und wir standen wieder am Parkplatz, mit glücklichen Gefühlen, der schönen Tour, der traumhaften Abfahrt. 

 

Ich freue mich schon auf die nächste Tour, die Vorbereitung war super und wenn Du mir das nächste Mal zeigst, wie man das im Tiefschnee macht, komme ich auch so elegant den Berg runter wie Du.