Kilimanjaro-Marathon in Tansania
Keiner weiß genau, was die fünf Sport-am-Ortler geritten hat, nur zwei Tage nach dem Kilimanjaro-Experiment in Moshi auf die 42,195km lange Strecke zu gehen. Wahrscheinlich hat sichs halt grad angeboten, dass der Kilimanjaro-Marathon zwei Tage später am 28.Februar 2010 stattfinden sollte.
In der Früh um 4 Uhr steht der Fahrer Sifuni pünktlich vor der Colobus Lodge in Arusha, um die fünf - Andy Brittain, Max Übele, Markus Weber, Martin Pulfer, Rabea Schwarz – zum Start nach Moshi ins Stadion zu bringen. Nach einstündiger Fahrzeit erreichen sie auch ihr Ziel.
Am Vortag haben sie schon zusammen mit ihrem Fahrer die Startnummern abgeholt: leider gabs für die 60 Euro nur die Startnummer und wenn man 20 Dollar zusätzlich bezahlt hätte, hätte man im Ziel auch einen Schattenplatz und Getränke erhalten. (Darauf verzichteten die Allgäuer dankend). Zum Vergleich: afrikanische Läufer haben umgerechnet 1 Euro bezahlt. Dort wurden sie auch darüber informiert, dass „nur“ die ersten 500 Finisher eine Medaille erhalten. Ohje, dann wird’s wohl doch nichts mit dem gemütlichen Lauf! Denn die Medaille muß sein – dass haben sie sich alle vorgenommen und jeder sah sie schon neben dem Kilimanjaro-Zeugnis daheim an der Wand hängen.
Zurück zum Stadion 5 Uhr morgens, stockdunkel und wie das halt so ist, muß natürlich gleich das Klo aufgesucht werden! Doch da haben die Läufer ihre Rechnung ohne die Tansanier gemacht: Es gab genau zwei Klos im Stockdunkeln und von oben kam ein Wasserfall aus den Duschen, der alles unter Wasser setzte. Also raus aus dem Stadion und in die Natur! (Beim späteren Vorbeischauen hat sich diese Idee als grandios erwiesen, da die Klos alles andere als sauber waren. Man mag sich gar nicht vorstellen, was da beim dunklen Toilettengang hätte passieren können)
Trotzdem standen pünktlich um 6 Uhr alle Marathon-Teilnehmer am Start. Die Läufer bewegen sich bei dieser Strecke zwischen 850 und 1150 Meter über Meeresspiegel. Gleich zu Beginn wurde es schon überraschend hügelig und die Route führt auf den ersten Kilometern direkt ins Zentrum. Danach geht es 9 Kilometer auf einer breiten Teerstraße, die von jubelnden Zuschauern gesäumt ist.
Bei der Hälfte gibt es einen Wendepunkt und die Läufer bewegen sich wieder Richtung Zentrum. Bei der Wende konnte man gut absehen, dass dem Erhalt einer Medaille ganz bestimmt nichts im Wege steht – solange man das Ziel erreicht. (Es waren bei weitem keine 500 Läufer in der Marathon-Wertung). Zurück im Zentrum, vorbei am Markt – nun fuhren auch die DalaDalas wieder und an den Straßenseiten wurde heftigst gegrillt und gekocht. Auf jeden Fall fiel das Atmen hier besonders schwer und so langsam zeigte sich auch die afrikanische Sonne in seiner ganzen Pracht!
Nach 21 km passieren die Teilnehmer das Stadion, bevor sie sich auf den folgenden 10 Kilometern Richtung Mweke sich der Steigerung um 300 Höhenmeter stellen. Hier beschließt das ein oder andere Mitglied von Sport-am-Ort, lieber gemütlich hoch zu gehen, die Aussicht auf den schneebedeckten Kilimanjaro und auf die vorbeiziehenden Kaffeeplantagen und Bananenstauden zu genießen – soweit möglich – um den Zieleinlauf auf eigenen Beinen und den Erhalt der Medaille nicht zu gefährden. Ständig begleitet wurden besonders die Mzungus (die Weißen) von unzähligen kleinen herumwirbelnden Kindern, teilweise in Schlappen :-)
Bei Kilometer 31 hatten alle den „Buckel“ besiegt und mussten nun den Weg 10km zurück bergab ins Ziel laufen. Der Zieleinlauf war etwas schwierig zu finden und so konnte es durchaus sein, dass die Läufer aus unterschiedlichen Richtungen ins Stadion einliefen.
Dort bekamen alle dann gleich ihre Medaille und ein T-Shirt. (Leider stand bei drei T-Shirts Half-Marathon drauf, die Größen passten nicht und eins war kaputt) Aber was solls: DABEI IST ALLES!
Und als Belohnung gabs dann natürlich ziemlich bald ein kühles Kilimanjaro aus der Flasche!
Besonders stolz ist das Team auf Max Übele, der als 24. mit einer Zeit von 2:27 als schnellster weisser Mann finishte und somit die Olympia-Qualifikation erreichte! Mit Kamera und großem Jubel wurde er ins Ziel begleitet und sogleich wollte ihn ein business-scout sponsorn. Auf der weiteren Reise wurde er von Einheimischen mehrmals erkannt, die im Fernsehen seinen grandiosen Zieleinlauf mitverfolgten :-) Für den ersten Marathon nicht schlecht!
So wars wirklich:
Max hat das Rennen nach 21,1 km beendet und wollte zurück ins Stadion. Dort ließ man ihn aber nicht aus der Bahn, sondern zog ihn förmlich an der Hand Richtung Ziel. Alle Versuche, klarzumachen, dass er nicht zu den schnellsten Marathon-Läufern gehörte, schlugen fehl und so wurde er zu einer sportlichen Berühmtheit in ganz Tansania!
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Super dass wir alle heil zurück gekommen sind. Tolle Erlebnisse :-) Martin