Ja, endlich mal wieder was aus der Oberstdorfer Ecke. Zugegeben, ich war heuer etwas schreibfaul.
Im Gegensatz zum letzten Jahr war diese Saison ziemlich verkorkst. Stress im Dienst, abgebrochener Skitrail, viele Terminüberschneidungen privater Pflicht-Termine mit Sportveranstaltungen, zähe Erkältung, und und und.
Nachdem dann auch der Start beim Walser Ultratrail nicht möglich war (zumindest konnte ich den Startplatz noch verkaufen): Schnauze voll.
Ich habe mich dann praktisch im gleichen Atemzug zum APM-UT angemeldet, die Vorgabe: drittes Steinmännle holen, Zeit egal!

 Von Training kann man nicht sprechen, aber ich habe wenigstens noch ein paar kmzu Fuss und mit den Fahrrädern geschafft. Die Gesundheit hat auch gepasst, und auch das letzte Ausschlusskriterium, das Wetter, war letztendlich hervorragend.

so hat mich die weltbeste Ehefrau von allen (ich weisß geklaut bei Kishon) am Sonntag früh nach Sonthofen gekarrt. Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren wollte ich heuer den Lauf ohne Stecken in Angriff nehmen - hat auch gut funktioniert.

Es war zwar noch schön "zapfig" vor dem Start, aber a) hat Thea noch bis zum Start ausgeharrt, so konnte ich bis kurz vorher meine warme Jacke anlassen und b) gab es wieder lecker guten heissen Kaffee bei der KAFFEEMASCHINE bei Claudia - frisch eingetroffen vom Einsatz beim GrubenGrooves ;-) Herzlichen Dank dafür!!

Auch ein riesengrosses Dankeschön an all die fleissigen Helferinnen und Helfer bei der Startnummernausgabe, an Start, Ziel, den Verpflegungsposten und wo sonst noch überall. Ihr habt einen prima Auftritt hingelegt und bis zum letzten Läufer / der letzten Läuferin ausgeharrt. Verdienter Lohn neben den Dankesworten via Facebook auch des Helferfest, an dem viele teilnehmen konnten.

0600 Uhr also ging es los. Wie gesagt, Ziel war einfach ankommen. Überraschend locker im Kopf ging auch das Laufen recht gut. Ohne mich vom Sog mitreissen zu lassen, lief es wunderbar lleicht bs Hüttenberg, dann im Wechsel mit Gehen und Laufen bis zur Weltcuphütte. Die liebe Sonne ermöglichte "völlig neue Aussichten", forderte aber auch schon einiges an Schweiß. Bis zum Weiherkopf schön zu laufen, sogar einiges an Jungvieh entschloss sich kurzfristig mitzulaufen und aht dabei schlauerweise den Weg benutzt und nicht die Weide. Zwar unterhältlich aber auch bremsend ;-) 

Gut zu laufen dann auch der Part bis zum Sattel unter dem riedberger Horn und hinunter zum ersten Cut-Off bei Grasgehren. Locker in der Zeit geht es nach klasse Verpflegung und vielen aufmunternden Worten  weiter Richtung Rohrmoos. Auch hier eine völlig neue Erfahrung, nicht knöcheltief im Schlamm zu versinken. 

Im Rohrmoos nochmal auftanken, dann geht es über die Fahrstrasse hinauf Richtung Gasthof Hörnlepass. Bei den beiden vorherigen Starts war hier Nordic Walking angesagt, heuer ging es recht gut mit Laufen und Gehen an den steileren Stücken. 

Trotzdem machte sich die mittlerweile deutliche gestiegene Temperatut bemerkbar, neben dem Flüssigkeits- auch der Salzverlust. Zum Glück hab ich seit geraumer Zeit die Landjaäger mit auf den langen Läufen ;-) Am Hörnlepass erst mal ausgiebig Pause . Das Weiterlaufen verlangte denn schon etwas Überwindung....

Ab dem Anstieg Westegg  war es dann recht zäh. Sogar die Stücke, die recht flach waren und die ich letztes Jahr laufen konnte, waren nur"begehbar". Aber es ging ja um das Ankommen, nicht um die Zeit. Und alle anderen waren genauso geschlaucht.

Ernsthates Handicap wurde ein krampfen erst im lenken Oberschenkel innen, dann im rechten. Kaum war das einigermassen im Griff, fingen es in den Unterschenkeln aussen an :( Des bin ich dann auch den restlichen Weg nicht mehr losgeworden, so dass auch meine eigentlich Stärke, das Bergablaufen, nicht zum Tragen kam.

Im immerhin noch flotten Schritt durch den Ösch bis zur Schattenbergschanze (das wird sie für mich immer bleiben, nicht irgendeine Arena!). Schatten und viel trinken, Trinkblase auffüllen, Wassermelone und salziges Butterbrot , ich hätte bis zum Abend hier bleiben können :-)Aber es lockte immer noch das Steinmännle.

Noch etwas langsamer aber sehr konstant dann hoch über Cafe Breitenberg auf den Wallraffweg und zur Gaisalp. Da habe ich dann Ulf und Anita aus der Tanzschule getroffen, zwei von den vielen fleisiigen und aufmunternden Helfern. Nach reichlich Trinken und Mütze netzen (hab ich bislang noch nie gemacht / gebraucht, diesmal schon) weiter über den Stitzel zum vorletzten CutOff an der Entschenalp. Mit extra Wasserdusche aus der Gieskanne, "a gherege Museg", Schealleklang und Inghuimisch - dank Skiclub Altstädten.

Zusammen mit Volker, der seinen ersten Ultra im wahrsten Sinne des Wortes feierte, hinauf zum Sonnenkopf - dank der südseitig vielen, reifen Heidelbeeren (unwiderstehlich) liess ich ihm gerne den Vortritt. Immer wieder überrascht, wieviele Helfer auch auf dem Sonnenkopftätig sind !! Weltklasse !!

Mit stärker werdenden Beschwerden in den Oberschenkeln ging es dann auf die letzten Kilometer - wobei es ab dem Altstädter Hof wieder besser lief. Immer wieder mit Gehpausen - dann, endlich, akustisch die ersten Fetzen von Musik und Lautsprecheransagen aus dem Zielbereich - hinein ins Bachtel. KÜÜÜÜHHL ;-)

Fast stehend K.O. habe ich fast die Schranke am Eingang zum Bachtel umgerannt - grad noch gemerkt. Raus und vor zur Strasse - dank einer roten Schranke noch eine letzte Gehpause vor dem Zieleinlauf. gleich am Anfang des austrassierten Zieleinlaufs sitzt die Creme-de-la-Creme vom SC Altstädten: Meinrad, Markus und Rupert. Ich höre noch grad so ein "hey, do kudd dr Axel!!", dann geht es ums letzte Eck ins Ziel.

Viel langsamer als letztes Jahr, aber angekommen - GEIL!!!

Fertig, trimmslig, hätte ich mich auf den Boden gesetzt, ich wäre nie wieder aufgekommen. Nach zwei kühlen alkoholfreien Weizen meine Taschen geholt und ab ins Bad. Der linke grosse Zeh übel ramponiert (fast die ganze Innenseite als Blase aufgelaufen und offen) - egal. Geduscht, ein paar Runden geschwommen, geduscht, frische Klamotten und ab zur Massage.

Herzlichen Dank auch an die Mädels vom Massgaezelt - hervorragende Arbeit!! 

Inzwischen war auch Thea als Taxi eingetrudelt. Fertig mit Massage und einigen kappeligen Worten mit den Altstädtern ein angenehmer Heimweg in der Gewissheit, dank Unterstützung der Familie einen klasse Lauf erlebt zu haben.

 

Euch allen eine tolle Saison, natürlich unfallfrei und erfolgreich.

Bis hoffentlich bald mal wieder gemeinsam

 

Axel