Schon lange war geplant, einen 30km Lauf am Sonntag anzugehen. Leider hat sich Andy kurz vorher verletzt und konnte uns leider nicht begleiten. Stattdessen bot er sich als Joker an, den wir jederzeit anrufen könnten, um uns einsammeln zu lassen. Noch wussten wir nicht, wie wertvoll dieses Angebot noch sein wird!!

Stefan und ich machten uns also um 8.30Uhr hochmotiviert in Freidorf auf, um ins Tannheimer Tal zu laufen. Wir wollten dort noch etwas beim Skitrail  zuschauen und Andy treffen.

Wir liefen über Rauhenzell, Häuser, Burgberg, Winkel nach Tiefenbach. So langsam kämpfte sich auch die Sonne durch und versprach einen traumhaften Tag zu geben!! Wir wollten eigentlich wieder runter  nach Hindelang und von da aus den Berg nach Oberjoch überqueren.

Aber schon bei Tiefenbach/Breiten wollte ich die "erlaufene" Höhe nicht mehr hergeben. 

Stefan meinte, er kenne einen Weg oben am Grat entlang, aber bei den Schneeverhältnissen wäre es nicht sinnvoll, dort oben zu laufen. Trotzdem wollte ich nicht wieder nach unten. Doch dann siegte bei uns die Vorstellung, dass es hier oben in der Natur ohne eine Menschenseele  doch  tausendmal schöner wäre zu laufen, als unten an der Strasse. Und so verließen wir die urigen Hütten "Am rissige Stui" und kraxelten - teilweise auf allen vieren :-) - senkrecht nach oben zum Grat. Das war das Tor zum "Winterwonderland". Allein dieser Ausblick hat jegliche Mühen vergessen lassen!!! Und zum ersten Mal seit Jahrzehnten musste ich in diesem Wahnsinnsschnee im Sonnenschein einfach ein Engelchen machen :-) Es ging nicht anders...

Dort oben war zwar ein Weg, aber laufen konnte ich da nicht - Laufpaul hingegen schwebte regelrecht durch den Schnee. Für mich war schon das Gehen so anstrengend, dass ich es dabei beließ. Teilweise sanken wir bis zu den Oberschenkeln ein und die Fortbewegung wurde zu einem kleinen Kraftakt Richtung Hirschberg/Hirschalpe. Unser Ziel war die Hirschbergalpe zu passieren, um nach Oberjoch zu gelangen.

Irgendwann war der Weg zuende und Stefan musste "spuren". Aber trotzdem musste ich mich konzentrieren, dass ich nicht wieder bergab purzelte und das Ganze nochmal machen dürfte :-)

Ein persönliches Highlight war der Bergablauf durch kniehohen Pulverschnee - das war Spaß pur!

Als wir dann endlich den Weg zum Hirschbachtobel entdeckt haben und wir da schon 22km unterwegs waren, beschlossen wir, dass 1040 Höhenmeter durchaus für den Anfang genug seien und wir uns nun gerne von Andy im Tal abholen lassen würden!

Das war für mich ein tolles Abenteuer mit einer gigantischen Naturkulisse!

Danke Laufpaul fürs Begleiten und fürs ständige Warten auf mich!!!

Und, Andy: gute Besserung und wir freuen uns, wenn Du das nächste Mal dabei bist!!!

Im Sommer wird diese Tour nämlich definitiv wiederholt!!!