100km, 4400hm ; Das war die Herausforderung für den Chiemgauer100 am 31.07.2010 in Ruhpolding. Dieses Event fand heuer zum 6ten Mal statt. Da die Startnummernausgabe und das Briefing bereits Freitag um 17 Uhr stattfand, fuhren Alice und ich Mittags in das sehr schön gelegene Ruhpolding (mehr bekannt vom Biathlon). Die Anreise ist wohl so ätzend wie die Gegend schön . Wir mussten Deutschlands vollste Autobahn, die A8 von München nach Salzburg nehmen. Trotz mehrfachen Staus zum Ferienbeginn kamen wir pünktlich an. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten 100 Meilen läufer (frei Startzeitwahl ab 15 Uhr stündlich) unterwegs. Diese Strecke finishten 16 positiv verrückte Männer und 1 Frau. 4 Männer kamen nach dem Zeitlimit ins Ziel und 7 nützen die offizielle Abkürzungsmöglichkeit. 25 Stunden sind diese Helden uterwegs (Sieger). Mir persönlich war der 100km schon Herausforderung genug. Bei diesem Lauf gehts alles sehr familiär und freundlich zu. Stress gibt es keinen und das Läuferfeld ist auf 100 Starter beim 100km-Lauf begrenzt. Samstag morgens früh um 5 ist Start, Im dunkeln gibts es erstmal eine 26km Runde um den Rauschberg zu absolvieren, bevor es wieder an Start/Ziel ins Sportstadion geht. Die komplette Meute hat sich nach 1km erstmal vor lauter Ratschen und sonstiges kurz verlaufen. Ansonsten war die Strecke allerdings vorbildlich ausgezeichnet. Man muss auch sehen dass 98% der Strecke abseits von Strassen stattfindet. Durch den Morgennebel und feuchtes Gras ging es noch human zu mit ganz leichten Steigungen. Auf ins Stadion, zur ersten Verpflegungsstelle. Verpflegung war reichlich auf der Strecke und alle Helfer waren super-super nett (hier topt das ganze auch noch den Rennsteiglauf). Trotzdem würde ich den Laufrucksack weiter empfehlen. Im Stadion wurde mir von Alice meine Laufstöcke gereicht und der Garmin gewechselt. Dafür gabs meine Stirnlampe. Ab gehts! Nach kurzen verschnaufen fängt die erste größere Erhebung an. Es geht über den Unternberg hoch zur Hörndlwand, knapp unter 1700m (Ruhpolding liegt ca. 620) Der Anstieg ist zum Schluss recht heftig. Belohnt wird man mit einer herrlichen Umgebung und oben mit einer tollen Aussicht und einer Trinkgelegenheit (wie die nur die Kanister hochgebracht haben??) Dann allerdings wurde es richtig brutal mit dem Abstieg von der Hörndlwand. Der heftige Regen der letzten Woche hat seine starken Spuren hinterlassen und vor allem Matsch und rutschigen Untergrund hinterlassen. Unten angekommen auf ca.800m kam die nächste Verpflegungsstelle (Katroffel, Brot, Wurst, Tee, Bier, Gels, Cola, Kuchen, Gummibärchen, Rosinen und vieles vieles mehr)bevor es schnurstracks auf den ca. 1400m Hohen Hochsattel. Hier haben wir die Marathondistanz geknackt. Dann gings runter und hoch und runter und hoch und runter und hoch usw. bis man über Bründling bei km 59 sich einer länger abfallenden Forststr. der Wahlfahrtskirche in Maria Eck nähert.Solangsam fangen einem an die Kräfte extrem zu verlassen und nicht mal bergab ist eine Erholung sondern harte Arbeit. Bei der Verpflegungstelle Egg bei km 67 ging dann schon relativ wenig. Hier bekam ich meinen Motivationsschub und Alice wollte die letzten km mit mir laufen. Hierfür nochmal herzlichsten Dank. Aber erstmal gabs Pause:Kartoffel, Bier und Suppe sollten stärken. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich auf dem hervorragenden 15ten Platz. Weiter gehts Richtung Hochfelln (1680m). Wäre dann insgesamt Gipfel Nr.7 gewesen. Richtig : gewesen; Ich hatte zwar keine besonderen Schmerzen (die normalen halt) aber war einfach total am Ende. Endlich absolvierten wir km 73, was somit meinen km Rekord vom Rennsteiglauf eingestellt hat und betraten quasi "Neuland". Kurz nach dieser Marke kam die letzte Verpflegungstelle vor dem Anstieg auf den Hochfelln und die Möglichkeit offiziell abzukürzen und ins Ziel im Stadion zu laufen. (die erste offizielle Abkürzung wäre bei km 50 gewesen um nach 66km zu finishen) Schweren Herzens musste ich Richtung Stadion abbiegen, was im Endeffekt 80 absolvierte KIlometer bedeutet und 3.300 hm. Benötigt habe ich dafür 11Stunden 41 Minuten und 27 Sekunden. Platz 3 bei den 80er Finishern. Es ist schon irgendwie hart 24km vor Ende abzubiegen, aber ich bin sehr zufrieden und stolz diese 80km und 3.300hm in dieser Zeit bewältigt zu haben. Tiefster Respekt an alle die es gewagt haben und absolute Hochachtung vor allen. Extrem natürlich die Finisher der 100km und natürlich der 100 Meilen. Das Event ist supertoll und die Helfer wahnsinnig freundlich. Ich denke ich werde mich der Herausforderung nochmal stellen. Nähere Infos unter www.chiemgauer100.de. (Bilder folgen; vor lauter "kaputt" hab ich total vergessen zu knipsen, gibt nur wenige)