Tja, was macht man bei diesem Wetter wenn man laufen will? Im freien ist es kalt und dunkel, Schnee liegt überall. Nein, man macht natürlich keine Pause --> man geht unter die Erde.

Zum einzigsten Marathon der Welt, der nicht auf der Erdoberfläche stattfindet, ladet der SC imPuls Erfurt nach Sondershausen in der Brügman Schacht.

In einem stillgelegten Kali-Bergwerk dass nun als Erlebnisbergwerk zu besichtigen ist, fand am Samstag den 04.12.2010 zum 9ten Mal der weltweit einzigste Untertage Marathon statt. Aus logistischen Gründen ist das Rennen auf max. 400 Läufer begrenzt. Mit einem Aufzug beginnt die Schachteinfahrt ab 07.00 Uhr; Start des Laufes ist für 10 Uhr vorgesehen. Es ist frühmorgens bitterkalt bei minus 15Grad. Zum Glück ist die Fahrt kurz, aber die vorhergesagten 20-30 Grad Plus im Schacht sind in weiter Ferne. Der Brügman Schacht geht bis 700m tief runter. Der Start ist aber bei ca. 500m unter der Erde.

Ursprünglich ware ein Strecke von 4 Runden vorgesehen, diese mussten aber aufgrund Sicherheitsbedenken geändert werden. Es ging nun darum 8 Runden zu absolvieren; mit ca. 300Hm je (!!) Runde.

Puhh, das war mal kein Spass. Nach dem Athen-Marathon vor kurzen, war dies eine wahre Herausforderung und zählt zu den bisher härtesten Läufen. Beim Start haben wir noch überlegt ob wir lange Laufbekleidung anziehen sollten. Zum Glück taten wir das nicht. Es war schon hart genug die 2,5km jeweils bis zur nächsten Getränkestation zu überstehen. Die heiße, trockene Luft (über 20 Grad locker);  die stückweise Dunkelheit, der Helm, der Salzgehalt in der Luft sowie das brutale Bergprofil dieses Marathons liesen uns an die Grenzen gehen.

Von 372 gestarteten Läufern schafften 272 die Ziellinie. Der Sieger benötigte bei den Männern 3 Stunden 20min und verdeutlicht die Schwierigkeit dieses Laufes. Ich kam nach 4.10 ins Ziel der 45km sowie Alice nach 4:38, die den 5ten Gesamtrang der Damen erreichte und Ihre AK gewann.

Als Lauffazit kann man ohne Übertreibung von einem sehr harten und sehr schweren Marathon sprechen. Dieser findet aber in einer außergewöhnlichen und besonderen Umgebung statt. Wir sind froh ihn überstanden zu haben, aber auch den Mut für den Start gehabt zu haben. Trotz guter Organisation und dem besonderen Feeling, wird dieser Lauf nicht mehr in den Kalender festgehalten werden. Wer allerdings den besonderen Kick sucht, für diesen ist der Lauf ein Muss.